Ehemaliges Gebäude des Askanischen Gymnasiums in Berlin-Kreuzberg

1875 wurde die Schule als Gymnasium, also als eine altsprachliche Eliteschule gegründet und lag in der Halleschen Straße 24–26 in der Berliner Friedrichsvorstadt.

Sie wurde nach dem nahe gelegenen Askanischen Platz benannt. Erster Direktor war Professor Dr. Woldemar Ribbeck. Das Lehrerkollegium setzte sich aus 15 Kollegen zusammen; die drei Vorschulklassen besuchten 159 Schüler, die sieben Gymnasialklassen 441 Schüler.

In der Halleschen Straße blieb das Askanische Gymnasium bis 1929. Dann wurde es aufgrund der starken Abwanderung aus den Wohnbezirken der Innenstadt mit dem Tempelhofer Gymnasium zusammengelegt, das sein Domizil am Wittelsbacherkorso in Berlin-Tempelhof, der heutigen Boelckestraße, hatte.

Dort wurde es am 9. April 1929 mit einer Feierstunde als "Vereinigtes Askanisches und Tempelhofer Gymnasium" eröffnet.

Ende August 1943 wurde "die Aska“ (wie sie im Schülermund heißt) wegen der Bedrohung durch den Luftkrieg geschlossen und die jüngeren Schüler in das damalige „Reichsprotektorat Böhmen und Mähren“ (heute Tschechien) evakuiert, und zwar in sogenannte "KLV-Lager", zunächst auf den Hostein in Mähren, dann in die Salesianer-Anstalt nach Freistadtl bei Zlin und schließlich in den Ort Schüttenhofen (Sušice). Die älteren Schüler blieben als Flakhelfer in Berlin und erhielten eingeschränkten Unterricht in ihren Flakunterkünften. Anlässlich ihrer anschließenden Einberufung zum Reichsarbeitsdienst oder zur Wehrmacht erhielten sie ein Notabitur zuerkannt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es im September 1945 an die Kaiserin-Augusta-Straße 19/20 verlegt und mit der ehemaligen Leo-Schlageter-Schule vereinigt. Das dortige Schulgebäude wurde 1911 für das Reformrealgymnasium Tempelhof eingeweiht, 1938 umbenannt in Leo-Schlageter-Schule.

Die Schule blieb auch nach 1945 ein Gymnasium, wurde aber aus schulpolitischen Gründen in "Askanische Oberschule" umbenannt und war eine "OWZ (Oberschule wissenschaftlichen Zweigs)".

Im September 2012 wurde sie in "Askanisches Gymnasium" rückbenannt, da sie sonst nicht als Gymnasium identifiziert werden konnte.