{"id":361,"date":"2025-07-11T11:37:45","date_gmt":"2025-07-11T09:37:45","guid":{"rendered":"https:\/\/askanisches-gymnasium.de\/150\/?p=361"},"modified":"2025-08-01T18:11:18","modified_gmt":"2025-08-01T16:11:18","slug":"interview-mit-dem-stellvertretenden-schulleiter-zum-150-jaehrigen-aska-jubilaeum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/askanisches-gymnasium.de\/150\/interview-mit-dem-stellvertretenden-schulleiter-zum-150-jaehrigen-aska-jubilaeum\/","title":{"rendered":"Interview mit dem stellvertretenden Schulleiter zum 150-j\u00e4hrigen Aska-Jubil\u00e4um"},"content":{"rendered":"\n<p>Zu Beginn richtet sich der Blick auf die institutionelle Perspektive. Wie hat sich die Schule im Laufe der Jahrzehnte entwickelt, welchen Herausforderungen musste sie sich stellen, und wie wird das Jubil\u00e4um als Moment der Standortbestimmung genutzt?<\/p>\n\n\n\n<p>Der stellvertretende Schulleiter, Herr Pfender, wurde gebeten, sich zu folgenden Aspekten zu \u00e4u\u00dfern:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was bedeutet es f\u00fcr Sie pers\u00f6nlich, an einer Schule mit so langer Geschichte zu unterrichten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ganz ehrlich, \u00fcber die Geschichte habe ich mir noch nicht so viele Gedanken gemacht, weil ich vor allen Dingen an einer Schule unterrichte, die ich jetzt ganz grandios finde. Die Tradition spielt indirekt eine Rolle daf\u00fcr, dass man eben das Gef\u00fchl hat, hier ist eine Schule, die einfach schon lange l\u00e4uft, die gut funktioniert. Dass es jetzt 150 Jahre sind, ist f\u00fcr mich dabei nicht ganz so dramatisch<\/em>. <em>Und nat\u00fcrlich sind wir in einem architektonisch wundervollen Geb\u00e4ude.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Und was gef\u00e4llt Ihnen an dem Schulgeb\u00e4ude so gut?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em><em>Wir haben sch\u00f6ne, gro\u00dfe, helle Flure, ohne dass die Flure leer wirken. Die Klassenr\u00e4ume sind ein bisschen klein, aber so war es halt fr\u00fcher \u2013 das ist kein Problem. Die Fensterausrichtung hat man damals ganz klar geplant: Alle Fenster von wichtigen R\u00e4umen gehen nach Westen, weil man die Sonne und damit die Hitze nicht in den R\u00e4umen haben will. Das ist heute immer noch sinnvoll. Wenn Sie heute moderne Schulen haben, dann ist es ganz schnell mal so, dass man Fenster nach S\u00fcden baut \u2013 und dann im Dunkeln hinter Jalousien unterrichten muss. Und ganz viele Details einfach: Wenn man durch die Schule l\u00e4uft, sieht man an ganz vielen Stellen, wie viel Liebe drinsteckt in dem Geb\u00e4ude. Das mag ich total gerne. Wenn Sie vergleichen mit dem Ursprungsgeb\u00e4ude am Askanischen Platz \u2013 auch ein sehr sch\u00f6nes Geb\u00e4ude, ganz andere Architektursprache als hier, aber auch ein wunderbares Geb\u00e4ude &#8211; und auch das Geb\u00e4ude der jetzigen Tempelherren- und Hugo-Gaudig-Schule, in dem wir als Aska von 1929 bis 1945 waren, ist einfach ein Geb\u00e4ude, das Schule lebt, kein reiner Zweckbau.<\/em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sie sind ja schon etwas l\u00e4nger Lehrer an der Schule. Wie hat sich das Askanische Gymnasium im Laufe der Zeit ver\u00e4ndert? Was ist gleichgeblieben?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em><em>Gleichgeblieben ist, dass wir tats\u00e4chlich \u00fcber die ganze Zeit das gro\u00dfe Gl\u00fcck haben, dass wir ganz viele Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler haben, die sich immer auch irgendwie zum Lernen motivieren lassen oder sich selbst motivieren. Und Eltern, mit denen man zusammenarbeiten kann, die interessiert sind an Schule \u2013 nicht nur an den Noten und dem Abschluss, sondern interessiert an dem, was die Kinder machen. Das ist die ganze Zeit geblieben. Das ist ganz fantastisch \u2013 mit solchen Eltern und Sch\u00fclern arbeiten zu k\u00f6nnen. Dass das wirklich lebendig ist, dass die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler reagieren.\u00a0<\/em><\/em><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-text-align-left has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-adaa5d068f028059fe0d31babfd64523\" style=\"font-size:16px\"><em>&#8222;<em>Wenn ich als Lehrer mal einen Fehler mache, dann merke ich das an den Reaktionen der Kinder. Und dann kann man mit den Sch\u00fclern aber dar\u00fcber reden und weiterarbeiten. Das ist konstant geblieben<\/em>.&#8220;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p><em><em>Was sich in den letzten Jahren ge\u00e4ndert hat, hat sich ganz massiv durch die Handys ge\u00e4ndert, die Einzug gehalten haben. Die Konzentrationsspanne ist deutlich k\u00fcrzer geworden, und man muss das Lernen damit teils ganz anders gestalten. Was aber sch\u00f6n ist, ist, dass trotzdem die Idee der Klassengemeinschaft wieder zur\u00fcckgekommen ist. Also fr\u00fcher dieses: Wir sind als Gruppe hier, wir machen was miteinander. Dann zwischendurch: Jeder macht nur an seinem Handy. Und mittlerweile sind wir wieder so weit, dass die meisten sagen: Mein Handy kann ich auch zu Hause nutzen, hier in der Schule verbringe ich meine Zeit lieber mit den Mitsch\u00fclern.<\/em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gab es in Ihrer Zeit als Lehrkraft besondere Ereignisse oder Projekte, die Ihnen in Erinnerung geblieben sind?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em><em>Jede Menge. Die Klassenfahrten sowieso \u2013 immer als gro\u00dfes Ereignis. Die verschiedenen Projekttage sind tats\u00e4chlich immer wieder sch\u00f6ne Sachen gewesen. Es waren auch mal Sachen dabei, die nicht so gut gelungen sind, weil von der Stimmigkeit her etwas nicht gepasst hat oder die Gruppen nicht so motiviert waren. Aber wir hatten eine Menge sch\u00f6ne Projekttage, wo gute Sachen entstanden sind, die Spa\u00df gemacht haben. Die verschiedenen Feierlichkeiten, die wir hier haben \u2013 die Einschulungsfeiern sind immer wieder wunderbar gestaltet. Die Abiturverleihung ist immer wieder ein tolles Erlebnis, wie Frau Draude es macht und wie insgesamt die Schulgemeinschaft es gestaltet. Das sind eine Menge Sachen, die hier sch\u00f6n sind.<\/em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was denken Sie, warum besteht unsere Schule schon 150 Jahre? Was macht sie so besonders?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Tats\u00e4chlich besteht die Schule deswegen, weil Bedarf an Schulpl\u00e4tzen so lange da ist\u2026 aber es geht ja hier um unsere Schule: Zur Gr\u00fcndung vor 150 Jahren war die Aska als Gymnasium eine Eliteschule. Hier in Tempelhof sind wir aber seit Jahren ein \u201eganz normales\u201c Gymnasium\u201c mit sehr vielen Angeboten in der Breite. Wir wollen allen Kindern, die zu uns kommen, die Chance auf ein gutes Abitur geben, nicht nur einer \u201eElite\u201c. Wir hatten lange den Ruf einer Sprachenorientierung und bieten auch sehr viel im Bereich der Sprachen an, es spricht sich aber nun doch langsam herum, dass wir schon seit vielen Jahren auch in vielen anderen Bereichen viele M\u00f6glichkeiten bieten, Dinge zu gestalten und eigene Interessen zu vertiefen. Am sichtbarsten im Geb\u00e4ude sind da sicher Kunst und Theater, aber auch die anderen Fachbereiche bieten viele M\u00f6glichkeiten innerschulisch und auch au\u00dferschulisch, so dass eigentlich jeder hier etwas f\u00fcr sich findet, um seine Schulzeit zu gestalten \u2013 auch ohne Schwerpunkt bei den Sprachen. Das ist eigentlich die Tradition, die hier in dem Haus steckt und sich immer weiter entwickelt und wandelt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Die Lage im Bezirk spielt nat\u00fcrlich auch eine gro\u00dfe Rolle \u2013 zentral gelegen, mit der U-Bahn und dem Bus gut erreichbar. Das hei\u00dft, es sind immer genug Kinder da, die das Gef\u00fchl haben: Hier kommen wir gut her. In diesem Geb\u00e4ude kann man sich wohlf\u00fchlen, wir w\u00fcrden gerne auf die Aska gehen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Abschlie\u00dfend: Was w\u00fcnschen Sie dem Askanischen Gymnasium f\u00fcr die Zukunft?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em><em>Haupts\u00e4chlich Stabilit\u00e4t. Dass das, was wir hier gemeinsam entwickeln \u2013 Sch\u00fcler, Lehrer und Eltern \u2013 in Ruhe weiterentwickelt werden kann, ohne dass es gro\u00dfe R\u00fcckschl\u00e4ge gibt. Sondern dass man wirklich sagen kann: Wir bleiben dran, machen immer wieder Kleinigkeiten besser, ohne dass es irgendwelche chaotischen Umw\u00e4lzungen gibt, auf die man nur reagieren kann statt sie selbst zu gestalten.<\/em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu Beginn richtet sich der Blick auf die institutionelle Perspektive. Wie hat sich die Schule im Laufe der Jahrzehnte entwickelt, welchen Herausforderungen musste sie sich stellen, und wie wird das Jubil\u00e4um als Moment der Standortbestimmung genutzt? Der stellvertretende Schulleiter, Herr Pfender, wurde gebeten, sich zu folgenden Aspekten zu \u00e4u\u00dfern: Was bedeutet es f\u00fcr Sie pers\u00f6nlich, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":588,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":true,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[38,35],"tags":[],"ppma_author":[16,25],"class_list":["post-361","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-interview","category-interviews-zum-150-jaehrigen-aska-jubilaeum"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/askanisches-gymnasium.de\/150\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/20250711_105408-scaled.jpg?fit=2560%2C1920&ssl=1","jetpack_sharing_enabled":true,"authors":[{"term_id":16,"user_id":3,"is_guest":0,"slug":"laustruck","display_name":"Laura Struck","avatar_url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/?s=96&d=mm&r=g","author_category":"1","first_name":"Laura","last_name":"Struck","user_url":"","job_title":"","description":""},{"term_id":25,"user_id":10,"is_guest":0,"slug":"luistruck","display_name":"Luis Struck","avatar_url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/?s=96&d=mm&r=g","author_category":"1","first_name":"Luis","last_name":"Struck","user_url":"","job_title":"","description":""}],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/askanisches-gymnasium.de\/150\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/361","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/askanisches-gymnasium.de\/150\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/askanisches-gymnasium.de\/150\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/askanisches-gymnasium.de\/150\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/askanisches-gymnasium.de\/150\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=361"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/askanisches-gymnasium.de\/150\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/361\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":746,"href":"https:\/\/askanisches-gymnasium.de\/150\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/361\/revisions\/746"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/askanisches-gymnasium.de\/150\/wp-json\/wp\/v2\/media\/588"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/askanisches-gymnasium.de\/150\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=361"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/askanisches-gymnasium.de\/150\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=361"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/askanisches-gymnasium.de\/150\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=361"},{"taxonomy":"author","embeddable":true,"href":"https:\/\/askanisches-gymnasium.de\/150\/wp-json\/wp\/v2\/ppma_author?post=361"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}