Nachdem die MSA Prüfungen glücklich überstanden waren, wartete noch ein Highlight auf 12 Schüler der 10f und 10fs und eine Schülerin aus dem 2. Semester:
Vom 24.05. – 03.06.2013 flog unsere Austauschgruppe zum Gegenbesuch nach Bordeaux zu ihren französischen Korrespondenten.
Nach einer stürmischen Begrüßung mit vielen „bises“ verschwanden die Schüler glücklich zu einem ersten Wochenende in den Familien, wo ihnen schon einmal die Stadt, das nähere Umland (vor allem das Meer und der Strand), aber auch „la vie familiale“ nähergebracht wurden.

Am Montag wurde unsere Gruppe im „Lycée Pape Clément“, unserer Partnerschule, empfangen und durch die verschiedenen Institutionen geführt. Es wurde erstaunt registriert, dass beide Schulen sich doch in vielem unterscheiden, besondere Beachtung fanden die Mensa, die Mediathek und die Krankenstation, die schmucklosen Flure und Klassenräume gefielen weniger. 
Nach einem 3-Gänge-Menü fuhren wir in die Innenstadt zusammen mit den französischen Schülern, die uns dann ihre Lieblingssehenswürdigkeiten zeigten.
Wir erfuhren auch, dass in Bordeaux gerade „la Fête du fleuve“ gefeiert wird (damit ist die Garonne gemeint, der immer etwas schlammig scheinende Fluss, der Bordeaux durchquert).

Am Dienstag fuhren wir dann alle zu einem Tagesausflug ans „Bassin d’Arcachon“.
Auf dem Programm standen der Besuch bei einer Austernzüchterin (übrigens einer Deutschen), die uns sehr kundig in die Geheimnisse und die schwere Arbeit der Austernzucht einweihte. Natürlich gab es auch eine „dégustation“ (Verkostung), die ein sehr unterschiedliches Echo hervorrief, auf jeden Fall aber zu lustigen Szenen führte.Anschließend ging es zur größten Wanderdüne Europas (3 km lang, ca. 110m hoch).
Auch wenn wir eigentlich die ganze Woche über mit dem Wetter eher Pech hatten, so regnete es dort doch nicht, so dass der Aufstieg zwar anstrengend war, doch belohnt wurde mit einem fantastischen Ausblick über die Bucht und das Meer! Einige waren sogar so mutig und badeten …

Am Mittwoch waren wir zu einer exklusiven Führung ins „Château Pape Clément“ eingeladen, dem Weingut, das der Schule den Namen gegeben hat. Keller und Gewölbe dieses Jahrhunderte alten und sehr traditionsbewussten Weingutes gaben eine Vorstellung davon, welche Werte in den unzähligen Fässern lagerten und vor lauter Ehrfurcht traute sich keiner, mal nach den Preisen zu fragen. Auch eine Weinprobe wurde uns nicht angeboten …
Nachmittags waren wir im Museum von Aquitanien, in dem uns ein blinder (!) Guide sehr kundig durch ausgewählte Abteilungen führte und uns Interessantes über die Geschichte von Bordeaux und die Region berichtete.

Am Donnerstag standen am Vormittag verschiedene Unterrichtsbesuche auf dem Programm, die Schüler waren auf diverse Klassen aufgeteilt. Am Nachmittag liefen wir in ein leider sehr heruntergekommenes Wohnviertel mit Ein- und Mehrfamilienhäusern („La Cité Frugès“), das nach einer damals sehr revolutionären Architekturkonzeption von Le Corbusier entstanden ist, und zwar vor über 100 Jahren! Die Bauten wirken noch heute ausgesprochen modern!
Ein Gebäude war öffentlich zugänglich als Museum konzipiert, so dass wir auch die innenarchitektonischen Vorstellungen Le Corbusiers nachvollziehen konnten. Das Highlight war am Abend eine Lasergame-Show, organisiert von den Franzosen.

Der Freitag war noch einmal Bordeaux vorbehalten. Wir gingen ins Naturkundemuseum (Cap Sciences) – es regnete sowieso – und erlebten in einer Sonderausstellung, die als Multimediapräsentation konzipiert war, Neues und Erstaunliches über die Wirkungsweise unseres eigenen Gehirns. Mit so viel neuem Wissen ausgestattet, verbrachten wir den Nachmittag in der Altstadt oder beim Hafenfest, um uns noch einmal in Ruhe das anzusehen, wozu uns bisher die Zeit gefehlt hatte.

Das folgende Wochenende war wieder dem Familienleben vorbehalten und am Montag brachte uns der Flieger zurück nach Berlin – nach 10 sehr erlebnisreichen Tagen, die hoffentlich noch einige längerfristige „Nachwirkungen“ haben, bezogen auf die inzwischen geknüpften deutsch-französischen Kontakte.